Tom Zeizels ICTS Blog: #Domino 2025 Jam – welch ein Elan!!!

Tom Zeizels ICTS Blog: #Domino 2025 Jam – welch ein Elan!!!

In dieser Woche sind ja die #Domino 2025 Jams in Deutschland, Österreich und der Schweiz und das weltweite Dreitages-Online-Forum gelaufen. Zu gern wäre ich gestern in Düsseldorf persönlich dabei gewesen, nur hat Sturm „Frederike“ meiner Anreise in Frankfurt ein ungeplantes, verfrühtes Ende gesetzt. Der Rest des Teams hatte es aber geschafft und mir berichtet, dass es aus der Sicht aller Teilnehmer, also Kunden und Partner, die sich registriert hatten und eingeladen wurden, wieder ausgesprochen positiv aufgenommen wurde. Die Diskussionen waren eigentlich überall immer äußerst konstruktiv und von einem Elan geprägt, den wir so nicht erwartet hatten. Und weil dabei auch manche pointierten Formulierungen kamen, hatten alle auch noch viel Spaß.

Bevor ich zu meinem Fazit zu der jetzt beendeten, ersten Phase des Jams als Verantwortlicher für die IBM Collaboration & Talent Solutions (ICTS) in D-A-CH komme, eines vorweg: Das Engagement der aktiven Teilnehmer (und das schließt ganz bewusst unser IBM Team mit ein) war einfach herausragend. Deshalb nur ein Wort: Danke!

Nachdem wir im Oktober letzten Jahres die neue Entwicklungspartnerschaft mit HCL eingegangen waren und gemeinsam die Version 10 für die Notes Domino Familien-Produkte für 2018 angekündigt hatten, ging es darum zu prüfen, ob wir mit unseren Produktplanungen in die richtige Richtung marschieren. Marktbegleiter machen so etwas im stillen Kämmerchen. Von den größeren Anbietern geht eigentlich nur IBM aktiv auf seine Kunden zu und bietet eine sehr frühzeitige Mitwirkung in Designpartnerschaften an. Hierzu gehörte nun auch der #Domino 2025 Jam (der eigentlich 2030 Jam heißen sollte. Das war nur leider durch ein Trademark geschützt). Der Jam bestand aus einer Vielzahl weltweit organisierter Ganztages-Workshops und dem ebenfalls weltweitem Drei-Tage-Online-Forum. Allein hierzu hatten sich fast 2400 Personen registriert. Und schon alleine im Online-Forum wurden über 700 Vorschläge gesammelt. Wow!

Dazu kommen die vielen Ergebnisse aus den Jam-Workshops, an denen sich ebenfalls über 1000 Personen mit entsprechendem Anreiseaufwand beteiligt haben. Wie lief so ein Jam? Zunächst zweiteilig: morgens stand Domino als Entwicklungsplattform im Fokus und nachmittags waren es dann die Clients, bzw. Anwendungen, also Notes, Verse, Sametime. Dazu gab es jeweils zwei Fragestellungen:

  1. Wo sehen Sie aktuell die größten Problemstellungen?
  2. Was ist ihre Vision hierfür für die Zukunft?

Gearbeitet wurde im Sinne der IBM Design Thinking Methode mit Post-its, die zunächst beschrieben, gesammelt und kategorisiert wurden. Letztlich galt es je Tisch eine Top 5 Priorisierung herauszuarbeiten und diese dann dem versammelten Kreis zu erläutern. Anwesend waren dabei Verantwortungsträger aus dem IBM Offering Management und aus dem Entwicklungsbereich von HCL, die die Veranstaltung begleitet haben. Das hieß zunächst intensiv zuhören und dann auch aktiv mitdiskutieren, um die Punkte wirklich zu verstehen.

Erste Erkenntnisse

Es gab eine gewisse Überlappung der Ergebnisse zwischen den Events. Ganz vorn stand etwas, was nicht wirklich überrascht: Sie, unsere Kunden, fordern mehr Marketing von IBM für die IBM Notes Domino Plattform. Die Aussage ist, dass die Plattform bemerkenswerte Alleinstellungsmerkmale hat und auch im Preis-Leistungsverhältnis weiterhin sehr attraktiv ist – insbesondere, wenn IBM und HCL ihre Investitionen jetzt, wie angesagt, nochmal weiter steigern. Was aber vermisst wird ist die Aufklärung für Entscheider, die in einem Microsoft-Kosmos schon an der Schule erzogen wurden und den herausragenden Nutzen von Notes Domino noch nicht kennen. Da ist etwas dran und wir müssen hier klar besser werden.

Sodann gibt es viele technische Anforderungen in alle möglichen Richtungen. Manche schwören auf die einzigartigen Fähigkeiten des Notes Clients und fragen nur nach einer Aufhübschung, andere sehen die Zeit von Rich Clients als abgelaufen und wünschen sich Browser-Lösungen wie Verse, aber nicht nur für Mail, sondern auch für Domino Anwendungen und am Besten integriert. Und gern hätte man die Zaubermaschine, die älteste Anwendungen ohne große Investitionen Responsive-Design-fähig auf mobile Geräte bringt. Sicherlich valide, aber realistisch? Wir werden uns noch mehr Gedanken machen.

Eines ist uns aufgefallen: Die meisten, wenn nicht fast alle Teilnehmer, kamen aus den IT-Bereichen und haben oft einen starken Fokus auf ihr Aufgabenfeld eingebracht. Das erinnert mich an eine Geschichte, die einer meiner Mitarbeiter immer erzählt. Sie ist schon ein paar Jahre alt, aber trotzdem aktuell: IBM macht schon sehr lange Designpartnerschaften. In einem Workshop mit der IT Abteilung eines großen Kunden stellte IBM die Frage, ob die Nutzer denn mit der Oberfläche des Notes Clients zufrieden wären. Antwort des Kunden: „Das ist egal. Die Infrastruktur muss verlässlich laufen.“ Wir haben damals darauf gehört. Heute wissen wir, dass es ein klarer Fehler war.

Diese Geschichte zeigt ein Problem des Jams auf. Wie gut verteilt waren, statistisch gesehen, die Teilnehmer? Statistikfachleute sagen, dass man bei Messungen die Extremwerte oben und unten rausnehmen muss und dann den Mittelwert berechnen. Das würde heißen extreme Anforderungen ignorieren und der Rest ist das Ergebnis. Stimmt das so? Nein, denn die Statistiker sagen auch, dass man sehr darauf achten muss systematische Fehler, die die Messung beeinflusst haben könnten, herauszurechnen. Was bedeutet das bezüglich der Ergebnisse der Jams? Nun, wir können sie nicht 1:1 verwenden, wir müssen sie gewichten und versuchen zu verstehen, was die zusätzlichen Interessen derjenigen sind, die sich nicht registriert und aktiv teilgenommen haben – zum Beispiel die der vielen Endanwender.

Dafür gibt es einen guten Maßstab. Für uns gilt ein neues Paradigma, wann etwas fertig ist. Jason Gary, der Entwicklungschef von IBM Connections, hat es eingebracht: „Fertig ist nicht, wenn wir glauben, dass es fertig ist, sondern wenn unsere Kunden bereit sind dafür Geld in die Hand zu nehmen.“ Das muss auch die Messlatte für Notes Domino 10 und insbesondere auch die dann folgenden Releases sein. Zusammen mit HCL kommt auf uns eine intensive Auswertungsphase zu.

Das Ergebnis wollen wir in 6 Wochen – ja, es sind nur noch 6 Wochen … und haben Sie sich schon angemeldet und ihre Reise gebucht? – auf der THINK 2018 in Las Vegas (19.-22. März) vorstellen. Nach diesen mit so viel Engagement und so konstruktiv gelaufenen Jams war ich noch nie so gespannt auf ein Ergebnis wie diesmal.

Auf nach Las Vegas!

Ihr Tom Zeizel
Business Unit Executive IBM Collaboration & Talent Solutions D-A-CH