Tom Zeizels Blog: Low Code Programming – bitte sei so leap

Tom Zeizels Blog: Low Code Programming – bitte sei so leap

In Fachabteilungen braucht man immer wieder kleine Anwendungen. Das wird heute oft mit Excel Tabellen mit Makros umgesetzt. Keine perfekte Lösung. Problem ist, dass das sehr enge Grenzen hat und zu schnell zu komplex wird. Die Alternative, solche Apps als Auftragsarbeit von Profis entwickeln zu lassen ist aber in den meisten Fällen auch keine, weil es so oft zu teuer wird und zu lange dauert. Der Ruf geht nach „schnell mal eben …“, aber trotzdem umfassend, leicht zu bedienen und im Ergebnis auch gut aussehend. Das bedeutet es am besten selber zu machen. Aber ohne große Programmierkenntnisse? Geht das? Ja, bald, mit HCL Leap.

Das ist der Grund, warum im Moment so viel vom „Citizen Developer“ (Bürger Entwickler) gesprochen wird. Das ist keinesfalls jemand, der Fastfood Produkte entwickelt, wenngleich es mit „fast“, also „schnell“, durchaus viel zu tun hat. Es geht um Mitarbeiter in Fachabteilungen, wie du und ich, die mit modernen Werkzeugen in die Lage versetzt werden im Rahmen ihres Tagesgeschäfts schnell mal eben kleine Apps mit Tabellenstruktur und etwas Workflow zu erstellen. Genau das, was man im Geschäftsalltag so oft benötigt.

Excel kommt da aber einfach zu schnell an Grenzen: Sei es die gewünschte Verwendung durch zahlreiche Benutzer oder gar die Einbindung in andere Anwendungen, bzw. die Nutzung auf verschiedensten Plattformen. Und wie managt und pflegt man diese teilweise aus dem Ruder laufenden, komplexen Excel-Anwendungen eigentlich? Und vor allem: Excel braucht immer eine der teuersten Lizenzen am IT-Markt: MS Office.

Somit steigt der Bedarf an Alternativen. Das Genre ist eigentlich noch jung. Die erste große Erfolgsgeschichte war in den 1990er Jahren Lotus Notes. Mit dessen einfacher Script-Sprache konnte jeder mit ein paar Klicks genau das machen: Schnell mal eben eine neue App. Und auch heute noch schwärmen Notes-Entwickler davon, wie schnell man mit Notes Anwendungen erstellen kann. Dass das nicht nur gefühlt so ist, zeigen Function Points Benchmarks, mit denen man Entwicklungsumgebungen in ihrer Produktivität vergleicht. Da liegt Notes immer noch ganz vorn.

Aber Notes wurde weiterentwickelt und wurde komplexer – Stichwort xPages. Das war dann schon eher was für Entwickler als den „wie Du und ich“. Auf der anderen Seite kann man nicht erwarten, dass man richtig komplexe Lösungen ohne Kenntnisse bauen kann. Aber auch die sind manchmal gefordert. Das Spektrum der Anforderungen ist also breiter und erfordert unterschiedliche Herangehensweisen. Ich sehe da letztlich drei Klassen:

  1. Sehr komplexe Lösungen, die von professionellen „full-Stack“ Web-Entwickler – oft auch im Team – erstellt werden müssen. Diese Profis erstellen so genannten Pro-Code. Für sieht steht mit dem Domino V10 und dem dem neuen AppDev Pack die neutrale Lösung zur Verfügung, die sich einfach in jegliche Umgebungen einbettet. Die Entwickler nutzen die ihnen geläufige, gesamte JavaScript-Welt mit Bausteinen, wie node.js, express.js, usw. und dazu eben Domino mit den klassischen Stärken, wie Sicherheit, Offlinefähigkeit, usw.
  2. Apps, die Power User erstellen können – Mid-to-Pro Code. Diese Power User sind in der Regel Mitarbeiter in Fachabteilungen – oder manchmal auch bei Partnern, die zuarbeiten. Sie haben oft schon seit vielen Jahren mit Notes, LotusScript und xPages gearbeitet und sind sehr schnell im Erstellen neuer Lösungen. Der Einstieg in diese Welt ist übrigens deutlich einfacher, als oft vermutet wird.
  3. Kleine Lösungen, die oft sehr spezifische Anforderungen in Fachbereichen und Abteilungen abdecken und dort auch erstellt werden sollen – von Nicht-Programmierern. Dieses ist ein heute frisch wieder entdecktes Feld, für das es in letzter Zeit auch immer mehr Startup-Lösungen gibt. IBM/HCL ist klar, dass die klassische Notes-Entwicklung hierfür mittlerweile schon zu kompliziert ist. Deshalb arbeitet HCL an einer neuen Low Code- / Citizen Developer-Lösung auf Domino Basis: HCL Leap. Das soll mit V11 zum Jahresende verfügbar werden.

Auf der diesjährigen DNUG Konferenz 2019 war der Vortrag von Marty Lechleider und Andrew Davis – beide HCL – zum Thema “HCL Leap“ nicht ganz überraschend dann auch einer der besonderen Höhepunkte. Worum geht es?

HCL nimmt das Beste aus dem ehemaligen „Forms Experience Builder“, dem Domino Designer und react.js und baut daraus einen neuen Browser-basierten Builder mit Runtime auf Basis eines der sichersten Server überhaupt: Domino – und nennt es HCL Leap. So ist der Plan. Umgesetzt werden wird es mit Domino V11 zum Jahresende. Es benötigt auch nicht mehr als eben den Domino Server und die entstehenden Daten können dann auch von jeder anderen Domino-App mitbenutzt werden.

Will man eine neue Anwendung erstellen, gibt es drei einfache Startmöglichkeiten:

  1. Man beginnt mit vorhandenen Daten, etwa einen Excel Spreadsheet oder einer Domino nsf
  2. Oder man startet von einem vorhandenen Template aus
  3. Oder man beginnt mit dem Builder und sucht sich dort Formulare/Views aus, definiert die Navigation, legt Properties für Felder fest und sucht entsprechende Formeln aus. Dabei kann das implizit entstehende Datenmodell auch auf mehrere Tabellen zugreifen.

Dann sind bei Bedarf noch rollenbasierter Workflow und Benachrichtigungsszenarien zu definieren und fertig ist die neue App. Das klingt einfach. Das ist einfach.

HCL Leap umfasst auch eine Erzeugung von Events, die woanders etwas auslösen können und kann vielfältig integriert werden, ohne dass man sich mit REST-APIs auskennen muss. Und natürlich kann man auch Themes und Styles nutzen, damit es auch schick aussieht. Und dass die Apps Responsive Design unterstützen, was bedeutet, dass die Bildschirmgröße egal ist, damit alle Arten von Geräten unterstützt werden, ist heute selbstverständlich.

Es klingt nach 30 Jahren wie eine Neugeburt von Notes, nur eben mit aktuellen Mitteln. Das war damals ein klassisches „will haben!“-Produkt und Leap wird es auch werden. Das ist zumindest die Designvorgabe.

Ich habe es jetzt schon leap,

Ihr
Tom Zeizel
Business Unit Executive IBM Watson Collaboration, D-A-CH

Tags:HCL LEAP

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