Tom Zeizels Blog: Die HCL Factory Tour Episode 3 – Ich war dabei!

Tom Zeizels Blog: Die HCL Factory Tour Episode 3 – Ich war dabei!

HCL hat ins Labor nach Chelmsford, Massachusetts, geladen und geliefert: Connections Roadmap, eine neue Cloud-Story, Leap für Low-Code Entwickler, neue Clients für die Domino-Familie inklusive Sametime und Digital Experience als Portal des Unternehmens in neuer Version. Alles das wurde vorgestellt und weitgehend auch in frühen Versionen schon live gezeigt, bevor es in Q4 ausgeliefert werden wird.

“Dabei sein ist alles” – ein flacher Spruch, aber manchmal ist er doch wahr: eine HCL Factory Tour ist ein neues Konferenzformat mit sehr intensivem Kontakt zu den Entwicklern der Produkte. Deshalb findet das auch nicht in einem schicken Konferenzcenter statt, sondern im HCL Labor in Chelmsford, also rund um die Arbeitsplätze einiger der Entwickler und des Offering Managements. Damit ist auch der Nachteil klar: aufgrund der gegebenen Räumlichkeiten ist dieses extrem interaktive Format auf grob 150 mögliche Teilnehmer limitiert.

Darren Oberst

Bevor es so richtig los ging gab es einen Extra-Tag für das weltweite HCL Vertriebsteam, das sich nach der Produktübernahme hier zum ersten Mal getroffen hat. Darren Oberst, Mitglied der Geschäftsführung von HCL, stellte sich vor und erläuterte in beeindruckend klarer Weise seine Sicht, warum HCL die IBM Collaboration Produkte gekauft hat. Kurz gesagt: Dinge anders machen als die anderen, schon in die richtige Richtung laufen, wenn alle anderen noch in der Gegenrichtung unterwegs sind. „Wir hätten unseren Einstieg als Softwareanbieter in „in“-Bereichen, wie Blockchain, IOT, KI suchen können, hätten teure Startups aufkaufen können, usw. Das machen gerade alle – mit ziemlich unsicherem Ausgang. Wir bei HCL haben uns deshalb entschieden es anders zu machen, in einen sehr großen Kundenstamm zu investieren, der in der jüngeren Vergangenheit vielleicht etwas vernachlässigt wurde. Für HCL heißt das im ersten Schritt vor allem diese Kunden neu zu begeistern. Dass das keine Sachen von Wochen, Monaten oder 1-2 Jahren ist, ist uns klar. Wir denken hier sehr langfristig. Das bedeutet auch, dass wir nicht einfach Software verkaufen wollen und die Kunden dann allein lassen. ‚Relationship beyond the Contract‘ ist das Motto.“ Operational verbunden sind damit andere Incentivierungen der Vertriebler und vereinfachte Preismodelle für die Produkte – in Richtung rein nutzerbasierter Preise. Das klang in meinen Ohren alles sehr frisch und positiv. Es zeigt auch, was mit den neuen, deutlich lockeren Rahmenbedingungen bei HCL alles möglich sein wird.

Richard Jefts als „Woody“

Sodann eröffnete Richard Jefts, verkleidet als Cowboy-Sheriff Woody, am Dienstagmorgen die Factory Tour mit den Worten, dass man nicht nur erfolgreich sein will, sondern auch Spaß haben möchte – was irgendwie auch zusammengehört. Dazu gehört bei der Factory Tour immer das Verkleiden im Sinne eines erfolgreichen Films. Diesmal eben „Toy Story“, dem ersten, 1995 von Pixar umgesetzten, vollständig computeranimierten Langfilm, der (laut Lexikon des Internationalen Films) seine „spannende Abenteuergeschichte mit überwältigendem Einfallsreichtum, mit Rasanz und Humor erzählt, ohne das Loblied auf Freundschaft und gegenseitigen Respekt der technischen Virtuosität zu opfern.“ Das passt gut. Christopher D. J. Butterfield, IT Produktmanager Collaboration bei ista International GmbH, kommentierte das auf LinkedIn wie folgt: “To infinity and beyond ! If you Guys can keep up with Pixar, I might need to raise my Expectations once more!” Treffend kommentiert und ich glaube, dass er da gern etwas höherschrauben darf. HCL steht auf dem Gaspedal – und das ist ein Segen für die in ihren Grundlagen immer noch herausragende Plattform.

Connections Roadmap 2019/2020

Danielle Baptiste

Lange erwartet wurden die Ankündigungen zur Roadmap von HCL Connections. Danielle Baptiste (Produktmanagerin) und Andre Hagemeier (Leiter der Entwicklung) ließen die Katze aus dem Sack:

  • Connections wird sich in jeder Richtung öffnen, auch in Richtung Office 365. Hierzu wird Connections fast alles liefern, um die großen Lücken in dem Office 365 Sammelsurium zu schließen, was notwendig ist, um damit wirklich produktiv arbeiten zu können, etwa Dinge auch wiederzufinden. Motto: Ein Office 365 ist nicht perfekt, wenn man kein Connections hat.
  • Connections wird zum „Dashboard des Unternehmens“. Wie? Indem Orient me als Schlüsselfunktion in Connections mit erweiterten Integrationsmöglichkeiten und KI-Funktionen so ausgebaut wird, dass aus prinzipiell allen Anwendungen – nicht nur Connections und nicht nur von HCL – alles Wichtige für den Nutzer in personalisierter Form sammelt, in Kacheln aufbereitet und bearbeitbar macht. KI sorgt dafür, dass die wichtigen Dinge oben bleiben, bis sie erledigt sind.
  • Zahlreiche der sogenannten Services Assets werden jetzt in naher Zukunft unmittelbar in das Produkt integriert werden, womit sie einerseits noch tiefer integriert und anderseits in die Standard-Produktwartung mit übernommen werden. Das liefert schnell eine Reihe neuer, wichtiger Funktionen, wie Expertise Location, Question & Answer Tool, usw. (Welche Assets konkret integriert werden und welche separat bleiben, wird in Kürze angekündigt werden.)
  • Die Simplifizierung des UIs geht weiter – auch für die mobile App. Hierzu arbeiten Produktdesigner nun direkt in der Entwicklungsabteilung mit. 
  • Gleiches gilt für ICEC als Intranetportal und Docs als Browser-basierte Editoren, auch wenn hier die Details im Moment noch fehlen.
  • Geplant ist ein 6.5 Release noch in 2019 – erstmals mit HCL Branding – und dann im zweiten Halbjahr 2020 die nächste Version 7.0 – und zwischendrin weitere CRs. Dabei werden neue Funktionen weitgehend auf der Basis von Docker und Kubernetes entwickelt werden.

Andre Hagemeier

Endlich wieder eine klare Vision für Connections und damit die Weiterentwicklung eines zentral wichtigen Tools für den modernen Arbeitsplatz. Die Umsetzung in wenigen Wochen zu erwarten, wäre aber stark überzogen, denn HCL hat erst seit dem 1.7. 2019 überhaupt Zugang zu dem Produkt-Code. Das neue, stark motivierte Entwicklungsteam ist aber extrem heiß darauf so schnell wie es irgendwie geht zu liefern. Das gefällt.  

Cloud – alles neu

HCL setzt sehr deutlich auf aktuelle Cloud Technologie und bleibt parallel on prem Installationen verpflichtet – anders als Marktbegleiter. Dabei werden Public Cloud Modelle aus der Anfangszeit des Themas Cloud mehr oder weniger als Fehlentwicklung betrachtet, da mit ihnen wichtige Anforderungen, insbesondere im Security-Umfeld (wie lokale Datenhaltung) nicht erfüllt werden können – siehe das Beispiel der gescheiterten „Deutschen Cloud“ von Microsoft.  

Die jetzt erfolgte Übernahme durch HCL erlaubt das bisherige IBM Angebot für Collaboration in der Cloud neu zu überdenken, zumal man nicht mehr auf die Nutzung anderer IBM Produkte verpflichtet ist. Das eröffnet neue Möglichkeiten, u.a. auch zu der immer wieder laut gestellten Forderung nach einer wirklich reinen Datenhaltung in Deutschland oder der EU. 

War es in der Anfangszeit mit der Public Cloud die Idee Kosten durch Zentralisierung zu sparen, so ist es durch die Containerisierung der Produkte heute für jeden so einfach geworden die notwendigen Produkte zu installieren, dass eine Zentralisierung gar nicht mehr erforderlich ist. Beim neuen „Private Cloud“-Prinzip ist es heute weitgehend egal, wo Software physisch läuft – on Premises oder irgendwo gehost, bei einem Partner des Vertrauens, auf AMS, Azure, bei IBM, usw. Es bleibt dann nur noch die Frage des Betriebs – selbst gemacht oder outgesourced? 

In diesem Sinne plant HCL das bisherige Connections Cloud Modell in den nächsten 12 Monaten zu beenden und stattdessen auf solche „Private Cloud“-Lösungen zu setzten. Gespräche mit zahlreichen Partnern als zukünftiger Anbieter für lokale oder globale Lösungen haben gerade erst begonnen. Hierzu wird es bald weitere Ankündigungen geben.

(Mehr Details und ein Interview hierzu mit Richard Jefts  und ein Blogbeitrag von ihm.)

Anwendungsentwicklung

Andrew Manby & Andrew Davis

HCL positioniert Domino als unabhängige Anwendungsplattform erster Wahl – angefangen bei dem Mitarbeiter in einem Fachbereich, der mal eben eine kleine Anwendung zusammenstellt („Low Code“), über den klassischen LotusScript & xPages Entwickler, bis hin zum Vollprofi, der komplexe Lösung baut („Pro Code“). Für letzteren ist das AppDev Pack gedacht, mit dem Domino in die moderne Welt von Java Script Programmierung gehoben wurde. Das wird konsequent weiter ausgebaut werden, wie auch die Domino Query Language DQL.

Im Bereich Low Code geht es in großen Schritten voran. Der ziemlich ehemalige IBM Forms Experience Builder gehört schon länger zu HCL und ist nach zwei Iterationen zu HCL Leap geworden. Dieses eh schon erfolgreiche Produkt wird gerade auf Domino portiert und ist dann die neue Lösung für tabellenorientierte Low Code Anwendungserstellung im Browser. Die Demo bekam extrem viel Applaus und es ist wirklich beeindruckend, welcher Funktionsumfang da heute schon drinsteckt. 

DX oder Digital Experience – das Fenster zur Welt

Früher einmal simpel „Portal“ genannt ist Digital Experience (DX) eine seit vielen Jahren am Markt mit führende Lösung für hochskalierbare, sichere Internetauftritte. DX ermöglicht dabei Informationen und Funktionen verschiedensten Rollen zuzuweisen und so auch unterschiedliche Populationen aus einem Tool heraus zu bedienen.

HCL arbeitet momentan u.a. an der Überführung der Infrastruktur in Richtung von Micro Services auf Basis von Kubernetes (ähnlich wie u.a. auch bei Connections), einem komplett überarbeiteten Media Management (DAM), einer neuen Oberfläche für die Nutzer, die eine einfacherer Erstellung von modernsten Webseiten ermöglichen wird, erweiterten Integrationsmöglichkeiten u.a. für Office 365 (das vergleichbare Funktionen nicht bietet) und vielem mehr.

Clients

Die Idee von HCL ist runterzukommen von zu vielen Clients, die es heute für die Plattform gibt. Die Nutzung moderner Technologien mit einfach zu benutzenden, schlanken Oberflächen steht dabei im Vordergrund. Was strategisch bleiben wird sind Folgende:

  • Für Domino Apps bedeutet es, dass die heute auf dem iPad genutzte Technologie, die heute IBM Domino Mobile App (DMA) heißt, die in Kürze in HCL Nomad umbenannt wird, innerhalb eines Jahres überall laufen wird, also auch auf iPhones, Android Tablets, in Desktop Browsern und zuletzt dann auch auf Android Smartphones.
  • Für E-Mail ist Verse (on prem) der strategische Weg. HCL arbeitet gerade daran noch die letzten Lücken zu schließen, wie etwa das UI der Kontakte in die moderne Welt von Verse zu überführen.
  • Sametime hat mit V10 gerade einen neuen Browser-Client auf Basis von node.js erhalten und wird in Richtung offener Team Collaboration, die auch on prem verfügbar ist (!), weiter ausgebaut.
  • Verse und Nomad werden mit WebAssembly-Technologie zu einem neuen Thin Client im Browser kombiniert werden, der das Potenzial haben wird, Notes als Client in vielen Unternehmen zu ersetzen. Funktional hat HCL das heute bereits fertig. Was im Moment noch fehlt ist das finale UI.
  • Verse wird auch als mobile Browser App mit responsive Design auf den mobilen Geräten kommen und die heutige mobile App mittelfristig ablösen. Das sorgt für Funktionsgleichheit auf Desktop und mobilen Geräten. 

Auch der Notes Client wird mit V11 in neuer Version – schlanker und deutlich einfacher zu bedienen – neu kommen. Das ist weiterhin die Lösung für Nutzer, die z.B. große Datenmengen offline nutzen möchten oder auf das Eclipse-Framework angewiesen sind, das unter Nomad nicht unterstützt wird.

6.5 – 9.5 – 11 – 11 … alles in Q4 2019!

Alles das und noch viel mehr – zumindest im ersten Schritt – plant HCL im vierten Quartal 2019 verfügbar zu machen: Connections 6.5, Digital Experience 9.5, Notes/Domino V11 und Sametime 11 und zwischendurch weitere Releases von Verse on prem.

Tom Zeizel und Jason Gary (als Buzz Lightyear)

Es ist schön zu sehen, wie Kunden und Partner die Leistungen von HCL honorieren. So ist das Partnernetzwerk von HCL innerhalb von wenigen Monaten auf nun schon über 950 Partner angewachsen (375 allein in der EU) und die Zahl der Reinstates der Kunden steigt auch in erfreulicher Weise wieder an. Auch die Teilnehmerzahlen an den Veranstaltungen der User Groups weltweit, wie auch der DNUG in Deutschland, gehen wieder deutlich nach oben. 

Es war in jeder Form beeindruckend auf der Factory Tour bei HCL. Und mein Jetleg lässt auch schon langsam wieder nach.

Ich wünsche Ihnen noch ein schönes (Rest)-Wochenende!

Ihr Tom Zeizel 
Business Unit Executive IBM Watson Collaboration, D-A-CH

Referenz: Titelfoto Richard Jefts und Danielle Baptiste: Jörg Rafflenbeul

Tags:HCL Factory Tour 3

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