Tom Zeizels Blog: Die beste Cloud ist eine freie Cloud!

Tom Zeizels Blog: Die beste Cloud ist eine freie Cloud!

Es tut sich einiges in Sachen Cloud: Die Bereitschaft von Unternehmen Services aus der Cloud zu nutzen nimmt zu, aber parallel gibt es auch neue Technologien, die manche Cloud Modelle schon wieder alt aussehen lassen. Und Sicherheitsbedenken stehen bei manchen Lösungen auch weiterhin im Raum. Wir bei HCL Software stehen zu on prem, sehen aber auch neue Cloud-Lösungen als Option und werden in Kürze neue Angebote dazu haben.

Das Thema „Services aus der Cloud“ ist mit vielen Emotionen besetzt – von allen Seiten und nicht selten sogar auch mit Ängsten – berechtigt oder auch nicht. Ist es nicht gerade unser Marktbegleiter Microsoft, der seine Kunden – also uns fast alle – mehr oder weniger in die Cloud zwingt, aber natürlich nur in die eigene, die Microsoft Cloud? Auffällig dünnhäutig kommt dann auch die Reaktion der Microsoft Deutschland Chefin Sabine Bendiek zum Plan von Peter Altmaier (Bundesminister für Wirtschaft und Energie) einer unternehmensunabhängigen Lösung für eine europäische Dateninfrastruktur („Gaia-X“) daher. Dabei ist der Staat schon von der Verfassung her gehalten sich nicht in Abhängigkeiten zu bewegen.

Grundsätzlich ist die Neutralität des Staates und damit auch das klare Ablehnen von bewusst angesteuerten Abhängigkeiten, insbesondere von Lösungen aus dem Ausland, eine klare Aufgabe des Verwaltungsapparats und der politischen Entscheidungsträger. Das betrifft aktuell immer mehr zukünftige Schlüsseltechnologien. Ein Verschieben von Entscheidungen sollte nicht zu einem kritischen Entscheidungsvakuum führen. Neben dem Thema Cloud sind es u.a. auch Themen, wie Künstliche Intelligenz (KI) und moderne Datennetzwerkstrukturen. Bei letzterem ist es die von den Amerikanern zuerst gestellte Frage, in wieweit man den chinesischen Quasi-Staatskonzern Huawei eher mit Begriffen wie Neutralität und Datensicherheit der Lösungen verbindet – oder eben nicht. Falls nicht, müsste Deutschland oder zumindest die EU als Konsequenz kräftig in den Ausbau neuer Technologien in Richtung der nächsten Generation des Internets investieren. Da sieht Peter Altmaiers Ansatz in Sachen Cloud schon richtig aus.

Auch unser Unternehmen, HCL Technologies, ist kein urdeutsches Unternehmen. Es gehört mehrheitlich einer in Amerika lebenden, indischen Familie um den Mitgründer Shiv Nader und ist damit ein ziemlich großes Familienunternehmen – mit über 140.000 Mitarbeitern weltweit. Beim Verkauf diverser Softwareprodukte der IBM an HCL im Sommer dieses Jahres hatten die amerikanischen „Three Letter Agencies“ (FBI,CIA, NSA, usw.), die für das Thema der nationalen Sicherheit in den USA stehen, vor Kurzem erst geprüft, ob ein Verkauf an HCL ein Sicherheitsrisiko beinhalten könnte. Die Antwort war negativ und damit konnte der Verkauf umgesetzt werden. Das sollte auch für Kunden in der EU übertragbar sein.

Wer klaut in der Cloud?

„Cloud“ ist zunächst einmal ein Oberbegriff für verschiedene Varianten der Bereitstellung von IT Services. Das geht vom Bereitstellen einer Hardware-Plattform („Bare Metal“) bis hin zu einem Vollservice einer Lösung über das Netz. Spaßeshalber wird es manchmal auf Deutsch einfach „klaut“ geschrieben, womit ein spöttischer Hinweis verbunden ist, dass die Daten in einer Cloud nicht unbedingt sicher sein müssen. Insbesondere stellt sich die Frage, was der Cloud-Anbieter mit den Daten alles anstellt, also wem die Daten letztendlich gehören und wer was damit machen darf. Da kann man sicher noch darüber diskutieren, ob ein Scannen von (Unternehmens-) E-Mails in der Cloud zur Prävention von Verbrechen erlaubt sein sollte. Wenn es lediglich der Erstellung von Profilen zur präziseren Zuweisung von Werbung dient, wird die Luft schon enger. Und wenn es letztlich Produktspionage ist, dann hört der Spaß definitiv auf.

Ob Daten im eigenen Keller – „on Premises“ genannt – bei der hochgradigen Vernetzung heute noch sicherer sind, lässt sich nicht trivial beantworten. Immerhin sehen wir es bei HCL so, dass Kunden auf jeden Fall die absolute Freiheit der Wahl benötigen, also selbst und ohne Druck entscheiden können sollen, wo ihre Daten lagern, bzw. prozessiert werden. Das betrifft eigene Anwendungen des Kunden genauso wie E-Mail, Chat, Dokumente und Social Daten (Blogs, Wikis, usw.). So sind wir mit Verse/Notes Domino, Sametime und Connections einer der wenigen Anbieter, für die on Premises ein auf absehbare Zeit strategisches Angebot ist und bleibt. Das heißt natürlich nicht, dass wir unsere Lösungen nur für den on Premises-Betrieb anbieten. Selbstverständlich sehen wir die anderen Varianten als Mischung bis hin zum reinen „Software as a Service“-Betrieb als vergleichbar wichtig an, aber zwingen niemanden.

„Cloud“ hat eine weitere Dimension, nämlich von wo aus der Service angeboten wird. So ist es möglich die zentralen Steuerungsmechanismen einer Cloud-Lösung durchaus auch im eigenen Rechenzentrum zu nutzen. Man spricht dann von „Private Cloud“. Demgegenüber ist eine Public Cloud eine Variante, die irgendwo zentral läuft und verschiedene Nutzer logisch voneinander trennt. Für viele Unternehmen ist hierbei die kritische Frage die nach dem „wo?“. So hatte Microsoft zusammen mit der T-Systems für einige Zeit eine oft „Deutschland Cloud“ genannte Public Cloud Variante am Markt. Da sie wohl letztlich doch nicht 100% Deutschland war, dafür aber einen Premiumpreis verlangte, scheiterte das Anbot.

Die Digital Solutions Cloud-Lösungen von HCL

Cloud-Technologie entwickelt sich weiter. War in den Anfangsjahren für die Public Cloud in der Regel eine teure, separate Entwicklung notwendig, so ermöglichen aktuelle Technologien – Stichworte sind Docker und Kubernetes – eine Unabhängigkeit vom Ausführungsort. Eine funktional identische Lösung kann auf Containern on Premises genauso installiert werden wie auf einer im Prinzip beliebigen Cloud-Plattform mit einem „as a Plattform“-Service, also kurz ausgedrückt: es ist egal ob es nun Amazons Cloud ist, oder Microsofts Azure, oder IBM, oder, oder, oder … oder eben auch etwa auf CentOS im eigenen Keller.

Das ist eigentlich das Einleiten des Endes vom allgemeinen „Software as a Service“-Ansatz, der allenfalls noch als Variante für kleinere Unternehmen seine Berechtigung behält. Wir bei HCL Software setzen konsequent auf die aktuell technisch möglichen Lösungen mit der Containerisierung und hatten dazu kürzlich angekündigt, dass wir den Generation 1 Ansatz, der als SaaS-Lösung auf einer derweil alten Variante der IBM Softlayer Cloud läuft, nicht mit übernommen haben und IBM ihn Mitte 2020 abschalten wird.

Trotzdem setzten auch wir auf Cloud-Optionen. Wir sehen, dass sich das Kundeninteresse aufspaltet:

  • Es gibt Kunden, für die es kritisch ist, dass ihre Daten ausschließlich in Deutschland oder der EU (bzw. einem anderen Land) liegen und auch nur dort prozessiert werden. Der Extremfall ist die Beschränkung auf das eigene Rechenzentrum.
  • Und es gibt Kunden, denen der Ort der Datenhaltung und -Verarbeitung egal ist. Dafür spielen die Kosten bei ihnen die Kosten eine sehr entscheidende Rolle.

Wir bei HCL wollen unsere Softwarelösungen für beide Varianten anbieten.

Um Services aus bestimmte Regionen heraus, aber durchaus weltweit, anbieten zu können, haben wir begonnen Partner auszuwählen, die entsprechende Kapazitäten, Erfahrungen und Sicherheitszertifizierungen haben, unsere Software lokal für Kunden anzubieten. Die ersten, jetzt angekündigten „Managed Services Provider“ (MSW) sind Belsoft (Europa), Prominic (USA) und ISW (Asien/Australien). Diese Partner bereiten ihre Angebote zusammen mit uns jetzt vor und werden im ersten Halbjahr 2020 konkret mit den Services beginnen. Die Kunden, die an einem Public Cloud Service durch HCL selbst interessiert sind, müssen sich im Moment noch etwas gedulden. Hierzu wird es demnächst weitere Ankündigungen geben.

Und übrigens: bei uns, bei HCL, wird nichts „geklaut“. Ihre Daten sind ihre Daten. Ganz einfach.

Ich wünsche Ihnen eine schöne, neue Woche!

Ihr
Tom Zeizel
Associate Vice President & Head of HCL Software in DACH

Tags:HCL Cloud Lösungen mit Partnern

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