HCL Factory Tour in Mailand – möge die Macht mit uns sein

HCL Technologies hatte in dieser Woche zur „Factory Tour“ nach Mailand geladen. Die dreitägige Veranstaltung vom 26. bis 28. Februar stand diesmal im Zeichen von Star Wars: A New Base, A New Hope, A New Beginning. Vollmundiger Anspruch.

Es ist das zweite Mal, dass HCL ausgewählte Köpfe zu einer tiefergehenden Diskussion um zukünftige Technologien und Pläne für die neu erstandene Software-Sparte einlädt. HCL Vice President Richard Jefts machte als Luke Skywalker so dann klar, wo er mit dem akquirierten Produktportfolio hinmöchte: Ins Uni-versum.

Seine Vision ist, die gekauften Teile der Collaboration-Lösungen wieder enger zusammenzuführen. Durch IBM-Konzernzwänge wurde die Infrastruktur und die Anzahl verwendeter Elemente in den letzten Jahren immer komplexer. HCL will zukünftig alle Produkte in einer einzigen Entwicklungsabteilung betreuen. Das ist eine sehr gute Grundlage für eine höhere Integration der Lösungen.

HCL wird seine Zeit brauchen, das bisherige IBM-Geschäftsfeld mit Vertriebsstrukturen, Partnerprogramm und Services neu aufzubauen. Gleichzeitig arbeitet der internationale Tech-Riese daran, die Transformation der Produkte in eine durchgängige Lösung auf Basis neuer Technologien umzusetzen. Und dafür hat Jefts mit Domino eine hervorragende Basis. Das betonte er gleich mehrfach: „Domino war die erste no-SQL Datenbank und sie ist heute besser denn je!“, erklärte der Manager.

Spätestens der zweite Tag in Mailand zeigte, dass HCL auf dem richtigen Weg ist. Die Vision soll mit Bedacht umgesetzt werden – nicht als Revolution, sondern als Evolution. Zunächst stehen pragmatische Lösungen mit sofortigem Wert für die Nutzer im Vordergrund. Daher wurde konsequent an zwei großen Baustellen gearbeitet: der Notes-Client und die Nutzbarkeit der Lösungen.

Unser Eindruck aus Mailand:

  • Der zukünftige Notes V11 Client sieht sehr ansprechend aus. Er präsentiert sich optisch in modernem Design und wirkt dadurch sehr aufgeräumt.
  • Verse on Prem wird zu einer vollständigen E-Mail-Lösung ausgebaut. So wird in Kürze die nächste Version 1.0.7 mit einem neuen, kompletten Kalender auf Basis von React.js kommen. Neue „Kontakte“ ohne iNotes sind auch in Vorbereitung. Grundsätzlich soll es bei vierteljährlichen Releases bleiben. Das Ziel bis Jahresende ist, Verse mit den gleichen Features wie iNotes auszustatten.
  • Die Verse App für mobile Geräte soll ein Verse-light-Pendent zum ehemaligen iNotes-light werden – quasi eine neue E-Mail-Lösung für iOS und Android-Geräte auf Basis von Browsertechnologie.
  • Für den Desktop sind die Ansätze für einen neuen Notes Light-Client auf Browser-Basis mit E-Mail und App-Anbindung in einer Lösung auf dem richtigen Weg. Dazu gibt es am 14.3. um 16 Uhr einen Webcast.
  • Notes Anwendungen auf Android Pads sind schon lauffähig und kommen im Sommer in eine Beta. Notes Anwendungen sollen später auch auf dem iPhone nativ laufen.
  • Chat und Meetings (Sametime): Das Thema hat keine höchste Priorität, aber es geht langsam voran: Der Chat Protokollwechsel und die Gruppenchats sehen schon gut aus. Und Docker als Plattform vereinfacht die Installation bereits um ein Vielfaches.
  • „Places“ soll ein hochkonfigurierbares Frontend für Domino und Connections werden –eine Art Client-seitiges Portal im Browser. Details bleiben abzuwarten.

Somit zeichnet sich ab, dass Domino Version 11 ein stark Client-betontes Release wird. Dies ist eine logische Weiterentwicklung, nachdem mit V10 der Schwerpunkt auf den Bereichen Domino Server, Anwendungsentwicklung und -modernisierung lag.

Auch organisatorisch geht es mit großen Schritten voran. Richard Jefts kündigte an, dass HCL das IBM Champion-Programm im Collaboration-Bereich ebenso wie das Labor-Advokatenprogramm übernimmt. Was uns persönlich besonders erfreut, ist das Bekenntnis von HCL zur weiteren Zusammenarbeit mit den weltweiten User Groups und damit auch der DNUG.

Mit Sicherheit werden Richard Jefts und seine Kollegen auf unserer 46. Jahreskonferenz am 4. und 5. Juni in Essen weitere Details bekanntgeben. Dabei sein lohnt sich also. Auch als Sprecher: Noch bis zum 15. März können Vortragsideen für die #dnug46 beim Call for Abstracts eingereicht werden.