Tom Zeizels Blog: Essen ist fertig … oder: das Schönste von der DNUG-Konferenz 2019

Tom Zeizels Blog: Essen ist fertig … oder: das Schönste von der DNUG-Konferenz 2019

Im Ruhrgebiet erzählt man sich einen Scherz: Eines Tages, als Gott gerade das Ruhrgebiet schuf, so um die Mittagszeit, sagte er plötzlich „… Essen ist fertig!“. Das müssen wir nun auch sagen, nach drei intensiven Tagen auf der 46. DNUG-Konferenz in Essen – im 25sten Jahr des Bestehens des Vereins DNUG e.V., der User Group der IBM Collaboration Produkte. Rekorde sind gepurzelt und es gab sehr viel neue Informationen, sowohl von IBM als auch insbesondere von HCL, dem designierten, zukünftige Besitzer dieses Portfolios.

#DNUG46 – eine rundum erfolgreiche Konferenz

Seit der „Neuerfindung“ des Vereins vor 4 Jahren verzeichnet auch die Konferenz ein stetes Wachstum. Zusammen mit dem Vorab-Tag, der von HCL allein gestaltet wurde, waren erstmals über 300 Personen in Essen (bei einer „no show“-Rate von unter 7%!), um dort zu verstehen, welche konkreten Vorstellung man bei HCL hat – in Bezug auf den Übergang von IBM auf HCL, auf bestehende und zukünftige Verträge, das Produktportfolio und dessen Weiterentwicklung, der Gestaltung des Supports in der Zukunft und nicht zuletzt auch der Einbindung von Partnern. Die Antworten kamen alle. Klar auf den Punkt gebracht, ohne Schnörkel.

Hatten wir noch bis zur letzten Minute vor der DNUG gehofft, dass die amerikanischen Behörden den Verkauf noch vor der Konferenz durchwinken, so wurden wir dazu leider nochmals vertröstet. Es deutet jetzt aber alles darauf hin, dass die Freigabe noch im Juni erfolgen wird, sodass HCL die Produkte zum 1. Juli übernehmen kann. Für die Konferenz hatte das den Nachteil, dass weiterhin „Business as usual“ (BAU) gilt und HCL damit immer noch nicht über Produkte sprechen kann/darf, die heute noch rein der IBM gehören, wie z.B. Connections. Das ist aufgrund der schon seit 2017 bestehenden Entwicklungspartnerschaft für die Produkte der Domino-Familie anders und gilt gar nicht für Produkte, die HCL schon vorher übernommen hatte, wie den „Forms Experience Builder“, der nun HCL Leap heißt oder das VPN Produkt „Mobile Connect“, das nun HCL Safelinx heißt.

Matthias Weichhold (DNUG Vorstand) und Richard Jefts (HCL) beim Anschneiden des Kuchens zum 25. Geburtstag des DNUG e.V.s

Die Stimmung war alle drei Tage – und ich glaube, da widerspricht niemand – durchweg sehr positiv. HCL zeigt sich sehr kundenorientiert und mit beeindruckender, für das Produktportfolio wiedergewonnener Passion. Sie investieren, sie wollen am Markt gewinnen. Es sieht so aus, als ob alles auf einem sehr guten Weg ist. „A new Beginning!“, wie es zutreffend auf den Folien von Richard Jefts, dem General Manager der HCL Digital Solutions, hieß. Er hat sowohl den Vor-Tag („HCL Digital Solutions – your next best friend“), als auch die 46. DNUG Konferenz mit einer sehr lebendig-dynamischen Keynote eröffnet. Darin brachte er ein Feuerwerk an Neuigkeiten. Dass er dabei die Selbsterkenntnis, dass HCL, als bisher wenig bekanntes Unternehmen, zunächst Vertrauen aufbauen muss und dass das am besten dadurch geschieht, dass man „liefert“, deutlich herausstellte, macht ihn nur noch sympathischer. (Seine wichtigsten Ansätze hat er auf der DNUG-Konferenz in einem Interview mit Stefan Pfeiffer auch noch mal zusammengefasst.)

Zukünftig alles aus einem Labor

Anders als bei IBM werden die Digital Solutions Produkte alle in einem Labor entwickelt werden. Dadurch ist ein viel engeres Zusammenwirken der Lösungen möglich. HCL plant mittelfristig eine Veränderung der Architektur mit deutlich mehr Synergie zwischen den Tools. Man will die Kernfunktionen als eine Sammlung von Microservices anbieten, aus denen man sich dann nach Bedarf Lösungen zusammenstellen kann. Dazu gehört zwingend APIs für fast alles, sodass sich auch die Integrationen mit Lösungen anderer Hersteller dramatisch einfacher vonstatten gehen kann, wobei Domino V10 hier ja schon große Schritte gemacht hat (Stichwort: Einbindung u.a. über react).

Was sind die Bausteine?

  • Domino ist die perfekte Anwendungsplattform für Business Applications. Dafür sind moderne Anwendungsentwicklungsumgebungen für JavaScript – und damit Bausteinen wie node.js, react, usw. über das AppDev Pack schon heute nutzbar. Hierzu gibt es fortlaufend Updates. Neben dem Notes Designer wird mit V11 auch eine neue, Browser-basierte Entwicklungsmöglichkeit hinzukommen.
  • HCL Leap – als Weiterentwicklung des ehemaligen Forms Experience Builders – wird die zukünftige Basis für Low Code- / Citizen Developer- (Personen ohne große Entwickler-Skills) Anwendungsentwicklung auf der Domino-Plattform.
  • Connections ist das moderne, leicht zu benutzende Intra-/Extranet mit den Möglichkeiten zum gemanagten und/oder offen Teilen von Information in Form von verschiedenen Services (Files, Blogs, Wikis, usw.). Hierzu ist gerade das CR5 verfügbar geworden. Mehr dann in Kürze …
  • Portal ist die hoch-performante, einfach zu handhabende Basis für moderne Webauftritte, zukünftig ebenfalls auf Basis aktueller JavaScript-Technologien.
  • Sametime bietet die Services für Echtzeitkommunikation (persistent Team-Chat und Meetings).
  • HCL Safelinx als sichere Lösung für VPN- und Client-freie http-Anbindungen für on prem und aus der Cloud.

Für alle Bausteine dieses sehr runden Portfolios, das in dieser Form sonst niemand anbieten kann, gibt es jeweils eine Vielzahl von Neuigkeiten, die natürlich diesen Blog sprengen würden. Deshalb hier nur exemplarisch einige Highlights:

Beispiele wesentlicher Neuigkeiten

Wichtig ist z.B. das Commitment für on Premises – bei gleichzeitiger Unterstützung von hybriden und vollständigen Cloud-Lösungen, die so auch von IBM übernommen werden. Wichtig ist auch der Ausbau der Client-Optionen für Domino Apps. Zukünftig werden auch für klassische Domino Apps mobile Geräte, wie iPad (heute verfügbar), iPhones und Android Tablets unterstützt werden – Stichwort „Nomad“. Das wurde für alle – teilweise noch in Alpha-Versionen – live gezeigt.

Verse wird als modernstes E-Mail Browser-Frontend am Markt mit V11 kompettiert werden und mittels Web Assembly (WA) mit der Nomad-Technologie auf den Browsern zu einem ganz neuen „Thin Client“ kombiniert werden. Der ist äußerst performant, lässt sich über einen Appstore verteilen und mit CSS optisch verändern. Das dürfte für Viele eine hypermoderne Alternative zum Notes Client werden und einen Umstieg auf z.B. Outlook, wie einen Weg in eine Vergangenheit erscheinen lassen. Aber auch der Notes Client wird weiterentwickelt und für die neue V11, deren erste Designmuster auf der DNUG gezeigt wurden, wird es im Juli eine limitierte (u.a. für die IBM Champions/HCL Masters) und dann später auch eine offene Beta geben. 

Sametime 10 kommt in den nächsten Tagen mit Server-gestütztem, persistentem Chat, sodass man sich mit beliebigen Geräten – auch mehreren gleichzeitig – an Einzel- und Team-Chats beteiligen kann. Dazu gibt es einen neuen Browser Client, der bereits mittels React umgesetzt wurde. Parallel zu Domino V11 wird auch Sametime schon in Q4 mit der V11 erwartet, worin u.a. die fehleranfälligen Browser Plug-ins bei Meetings wegfallen werden. Dann – oder spätestens mit V12 in 2020 – werden zusätzlich die Abhängigkeiten von WebSphere und DB2 fallen. Mit Domino V10+ als perfekten Server braucht man die nicht mehr …

Besonders viel Aufmerksamkeit bekam HCL Leap. Das ist eine Weiterentwicklung des ehemaligen Forms Experience Builders und hilft nicht-Programmierern statt in seinen Möglichkeiten begrenzten Spreadsheets „schnell mal eben“ eine gutaussehende App mit Workflow und allem zu erstellen – so wie in den frühen Domino Tagen, nur mit heute modernen Technologien im Hintergrund – und das „out of the Box“ auf einem Domino Server mit V11. 

Und was haben die Kunden gezeigt?

Neben den zahlreichen Präsentationen von HCL und IBM und den zahlreichen Partnern sind natürlich die Vorträge von Kunden immer ein besonderes Highlight, weil sie Erfahrungen anfassbar machen. Hier Beispiele:

  • Stefan Thier von Dachser zeigte, wie man die neuen V10 Funktionen nutzen kann und neue Domino-Anwendungen für ein großes Unternehmen in der Logistik-Branche erstellt.
  • Bernd Gewehr von Vössing Ingenieure zeigte anhand ihres neuen Bestellprozesses, wie man aus einer Kombination von xPages (für die Logik), einem Kanban-Board (für die Status-Visualisierung) und Connections Orient me (für die intelligente Benachrichtigungen zu Events) eine Prozess-Lösung erstellt, die einfach Transparenz bringt und viel Zeit einspart.
  • Stefanie Holst (Lapp Group), Rainer Gimbel (Evonik Industries) und Christopher D.J. Butterfield (ista) teilten unter der Moderation von Jörg Rafflenbeul (Heitkamp & Thumann) ihre Erfahrungen mit der Nutzung von Connections in der Morgen-Keynote am zweiten Tag. Das war wirklich spannend. So zum Beispiel die These von Rainer Gimbel, dass man für Informationen, die im Unternehmen viral gehen sollen, zwingend ein Tool wie Connections benötigt und Services, wie MS Teams oder Slack so etwas vom Grundprinzip her nicht können. Spannend auch die unterschiedlichen Ansätze zu geschlossenen/offenen Communitys und der mutige Ansatz der Lapp Group, dass dort jeder Mitarbeiter über Connections ICEC Informationen ohne Filter auf der Startseite des Intranets publizieren kann und darf. Dieses damit verbundene, hohe Maß an Vertrauen in die Mitarbeiter soll einen wahren Motivationsschub ausgelöst haben. Das kann ich mir gut vorstellen. Zudem wurde klar mit dem Missverständnis aufgeräumt, dass SharePoint oder Teams etwas Vergleichbares wären wie Connections. Das ist eben gar nicht der Fall, aber sie können sich ergänzen.

Sowohl der Grillabend – oder neudeutsch eben „das Barbecue“ – des Vereins als auch die Abendveranstaltung in der Zeche Zollverein boten viel Raum für Erfahrungsaustausch und waren einmal mehr wieder sehr gelungen. Bei beiden war das Essen ganz hervorragend. Aber was soll man in Essen auch anderes erwarten? 

Noch ganz beglückt von den vielen Gesprächen auf und am Rande der DNUG-Konferenz wünsche ich Ihnen Frohe Pfingsten!

Ihr
Tom Zeizel
Business Unit Executive IBM Watson Collaboration, D-A-CH

PS.: Im nächsten Jahr geht es wieder nach Berlin. Das sollte man sich im Kalender schon mal vormerken: 15+16. Juni 2020 = #dnug47

Hinweis: Fotos: Christoph Gorke / DNUG e.V.

Tags:#DNUG46

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Lies hierzu bitte unsere Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen