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IBM Connect 2016: DER neue Weg zu arbeiten – anders macht keinen Spaß mehr

IBM Connect 2016: DER neue Weg zu arbeiten – anders macht keinen Spaß mehr
Jeff Schick eröffnet die Connect 2016

Bericht von der Opening General Session von der IBM Connect 2016
(von Peter Schütt)

Das Unwichtige vorweg:

  1. War die Veranstaltung gut? — Messlatte gehalten – es gibt keine bessere für Collaboration Lösungen
  2. Hat IBM etwas Neues im Thema Arbeitsplatz der Zukunft? — Haufenweise und mehr und spannender als erwartet.
  3. Wie haben die teilnehmenden Microsoft-Mitarbeiter geguckt? — Ziemlich bedröppelt – sie konnten offensichtlich kaum glauben, was IBM für innovative und perfekt integrierte Lösungen anbietet. So etwas Abgerundetes hätte Microsoft wohl auch gern.
  4. Hatte VoWe (Volker Weber) was zu meckern? — Klar. Sonst würde ich mir auch Sorgen machen.
  5. Wird es auch 2017 eine Connect geben? — Mal sehen. Die eigene Konkurrenz durch die IBM InterConnect in Las Vegas in 3 Wochen macht sich schon etwas bemerkbar.

Okay. Zur Sache. Wie war es oder genauer: wie ist sie, die Connect 2016? Sie läuft ja noch. Sie ist anders und doch wieder das große Familientreffen: zum ersten Mal nach 20 Jahren im Hilton Orlando und nicht mehr im derweil doch sehr angestaubten Disney Umfeld. Geräumig, viel Platz auch für die Aussteller, trotzdem kurze Wege. Die Außenanlage nicht ganz so spektakulär, aber ein schöner Pool. Als Wiedererkennungswert bleibt der ähnliche Teppich. Erster Eindruck des ganzen: Frisch und belebend. Gute Wahl für das Event.

So begann auch die Openning General Session mit dem diesjährigen Stargast Jason Silva, in den USA bekannt aus Youtube und Fernsehen: frisch. Mir kam er etwas laut rüber, aber mit interessanten Thesen: Nur durch Veränderungen findet Innovation statt. Nanotechnologien, Genetics und Roboter sind die großen Dinge der nahen Zukunft. Letztlich kopieren die Menschen damit nur die Natur, die das alles schon lange macht, wodurch Natur und technische Entwicklungen immer perfekter verschmelzen. Und über solche Technologien kann jeder zum Milliardär werden – nicht finanziell, sondern an Einfluss, weil es auch für ein Individuum immer einfacher wird, Milliarden von Menschen zu erreichen. Stimmt schon.

Wie das WebGate Projekt den Erfolg der Kleinbauern in Ostafrika verändert hat

Wie das WebGate Projekt den Erfolg der Kleinbauern in Ostafrika verändert hat

Das griff Jeff Schick, IBM General Manager Enterprise Social Solutions, sofort auf: Es geht nicht um einen neuen Weg zu arbeiten, sondern um DEN neuen Weg zu arbeiten. Das nur IBM dazu die Lösungen hat, wurde im Weiteren sehr, sehr deutlich. Ein super Beispiel kam von James Weru aus Kenia mit dem WebGate Projekt in Ostafrika. Dort helfen die IBM Collaboration Lösungen, wie Domino xPages auf Bluemix und weitere Bausteine in der IBM Softlayer Cloud, den kleinen Bauern u.a. besser zu verstehen, wie das Wetter wird – um abzuschätzen, ob es überhaupt funktionieren kann die Ernte an einem bestimmten Tag zum Markt zu bringen, oder ob das Gefährt doch im Schlamm stecken bleiben würde, womit die Ernte verloren wäre. Und natürlich auch, wie sich die lokalen Preise gerade entwickeln, etc. Man staunt da schon, wenn man so konkret sieht, wie digitalisierte Prozesse selbst Kleinbauern in entlegensten Ecken der Welt helfen können – und man bei uns zu Hause vor der Digitalisierung noch angstvoll zurückschreckt. Und wenn man dann daran denkt, dass sich hier ein ganz neuer, riesiger Markt mit 4 Milliarden (!) Konsumenten auftut, die eint, dass sie allesamt nur Kleinsteinkommen haben, dann versteht man den Weckruf. Denn heißt das Sparkassenmotto nicht auch immer noch „Viele wenig sind ein viel“?

Erstmals gab es zur Halbzeit eine Pause in der Halle der Aussteller. Aus Deutschland waren da u.a. die Partner TimeToAct mit den zahlreichen Erweiterungen für Connections, wie dem tollen Web-Content-Management XCC, Panagenda mit diversen Lösungen rund um Infrastrukturoptimierungen und erstmalig Smartwork Solutions mit ihrem Smashdocs Editiertool, das keine Änderungen vergisst, dabei. Zudem präsentierten zahlreiche weitere deutsche Partner (und Kunden!) ihre Lösungen in Vorträgen – manche davon auch abends an der Bar. Das gehört aber dazu.

Chris Crummey präsentiert

Chris Crummey präsentiert wie Watson E-Mail (IBM Verse) revolutioniert

Und dann wurde es ernst. Chris Crummey zeigte weitgehend live mit viel Spaß an der Präsentation die technischen Neuigkeiten, die für 2016 geplant sind. Bei ihm wurde „die Ära des Cognitive Computings“ richtig anfassbar. Kaum noch eine Lösung, die ohne Elemente aus der Watson Technologie auskommt. Angefangen bei der neuen, zentralen „Landing Page“ und dem neuen „Action Center“. Ersteres ist eine neue Darstellung des Activity Streams auf per Analytics nach Wichtigkeit sortierten Kacheln, die man bei Bedarf auch auf den Kalender ziehen und damit Zeitfenster blockieren kann. Das Center ist überall präsent und integriert das aus IBM Verse so erfolgreiche Konzept der Aufgabenverwaltung über „Aktion erforderlich“ und „Warten auf“. Damit bleibt immer in Sicht, was an wichtigen Dingen noch zu erledigen ist. Und Watson kann nicht nur die Stimmungslage einer Mail interpretieren, sondern auch sagen, was besonders wichtig ist oder sofort beantwortet werden sollte. Das ist neu und das hilft besser zu arbeiten.

Zum Arbeiten gehören heute definitiv auch immer noch Dokumente. Punkt. Und das setzt IBM in einer auch für Microsoft-Kunden beeindruckend einfachen Weise mit Connections Files (jetzt mit Baumstrukturen/nested Folders) um: Es fängt schon damit an, dass es nur einen „single Point of Truth“ gibt – ein Dokument gibt es grundsätzlich nur an genau einer Stelle. Mehr Klarheit – weniger Verwirrung. Von dort aus wird es auf beliebige Geräte synchronisiert oder virtuell in Communities verlinkt, mit IBM Docs innovativ von bis zu 20 Personen gleichzeitig bearbeitet, oder über den Konnektor und Round Trip Editing direkt in MS Office genutzt, und mit Kollegen oder externen Gästen geteilt. Oder eben über die Connections Editors mobil bearbeitet. Neu ist die Alternative mit Box als Ablage zu arbeiten. Das wird in Connections und Verse integriert, sodass man statt Anhänge auch Links zu Box verschicken kann. In Summe: Effektiver mit Dokumenten arbeiten geht eigentlich nicht.

Der nächste Punkt ein echtes Sahnestück: der neue Verse Kalender. Die Heatmap zeigt auf einen Blick, wann viel los ist und die Kalender-Inbox listet die anstehenden Einladungen auf. Zudem steht Watson einmal mehr als Freund und Helfer zur Seite: Watson warnt, wenn die Eingeladenen überwiegend nicht können, verlängert Serientermine und macht Priorisierungen bei Mehrfachbelegungen. Dabei werden Gründe angegeben, z. B. dass ist ein Kunde und der Chef mit eingeladen sind. Wenn man sich gegen die Empfehlung entscheidet, ist Watson lernfähig und priorisiert seine folgenden Vorschläge entsprechend anders. Team Analytics („Wer steht wo in der Organisation?“) geht dann auch nicht nur in der Mail, sondern auch im Kalender, sodass man auf einen Blick sieht, wer bei der Besprechung eingeladen wurde und wie die Personen zusammenhängen.

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Und dann kamen die Antworten auf die beiden vielleicht am häufigsten gestellten Fragen: Wann kommt „Verse offline“ und wann kommt „Verse on prem“? Die Antworten: Browsermail wird es mit Verse schon in Kürze auch offline gehen – und das sogar verschlüsselt. Das kann nur IBM! Und Jeff Schick ließ dann auch die nächste Katze aus dem Sack: Es wird später in 2016 mit IBM Notes Domino.next neben vielen weiteren Funktionen auch Verse auch on premises geben. So konkret ist das neu. Und die gute Nachricht für Bestandskunden: es wird dazu eine einfache Upgradeprozedur geben. Fertig. Eben IBM. Und wir halten Wort: „Cloud first – aber nicht Cloud only!“

Dass selbst das neue, ziemlich alt aussehende Outlook 2016 in der Benutzbarkeit heute schon abgeschlagen ist, bestätigen fast alle Outlook-Nutzer, die sich Verse anschauen. Und der Unterschied wird noch krasser werden, u.a. mit den kommenden Updates der Verse App. Ein Druck auf die Lampe – ein von den Designern heiß diskutiertes Thema, ob es bei dieser Darstellung bleibt – lässt das Licht angehen…. Nein, sortiert die Mail intelligent auch in der App nach Dringlichkeit und Wichtigkeit. Wird ein Termin angefragt, wird automatisch eine Sinn machende Kalendereinladung vorbereitet, die man dann nur noch versenden muss. So etwas hilft enorm, wenn man in einer Besprechung nur ganz kurz Zeit hat. Oder wenn als Fahrer im Auto auf das Dringlichste reduzieren muss, dass einen dann vielleicht vorgelesen wird. Informationstechnologie tritt hier mit den Lösungen der IBM aus dem Schatten heraus, nur ein Werkzeug zu sein und wird so mehr und mehr zum beratenden Partner für die Mitarbeiter. Das ist wirklich das neue Arbeiten, in dem insbesondere das bisher zeitraubende Suchen durch proaktive Angebote ersetzt wird. Und wenn jede Sekunde zählt, dann kann man so viele Minuten einsparen.

Chris Crummey zeigte dann Domino xPages Anwendungen im Browser und mobil, die jetzt auf Bluemix in der IBM Cloud laufen können und mit Domino Workflow Freigabenprozesse umsetzen. Auch hier kommt Watson ins Spiel, der automatische Tagging-Vorschläge macht und das dann integriert mit Verse und Connections als Digital Experience (Portal). Gary Dolson ging noch näher darauf ein, wie man modular für ein Portal entwickeln kann und Microsites und Mobile Commerce Angebote erstellen oder ändern kann – ganz einfach nämlich, im wesentlichen mit Drag & Drop.

Am meisten überraschte allgemein die Ankündigung von IBM Projekt „Toscana“. War es in der Vergangenheit für Teams manchmal etwas schwierig zu entscheiden mit welchem Service man jetzt zusammenarbeitet – ein Dokument, eine Aktivity, ein Wiki, usw. – so kann man die Entscheidung jetzt aufschieben. Die Zusammenarbeit beginnt in einer völlig neuen Umgebung. Das ist eine Mischung aus Docs, What’sApp, Slack und Sametime Meetings. Das Team editiert gemeinsam wie bei Docs in einer Art Webmeeting, das man wie bei What’sApp die Chats einfach stehen lassen und irgendwann fortsetzen kann. Am Schluss wird dann entschieden, ob man das als Dokument, E-Mail, Wiki-Eintrag usw. publizieren möchte. Sehr cool – und wenn das Jahr am heißesten ist bereits verfügbar.DSC05433a

Jeff Schick fasste dann die Neuerungen noch einmal zusammen und erweiterte den Horizont um die Vision, wo IBM mit großen Investments in die Collaboration Plattform hinsteuert. Dann war es Zeit für die Praxis. Christine Krämer, Leiterin der internen Kommunikation & Marketing bei der Lufthansa Group, berichtete wie die Lufthansa mit den Herausforderungen im Konzern unter Kommunikationsaspekten umgeht und warum sie dazu neuerdings auf IBM Connections setzten. Die Lufthansa ist damit übrigens nicht das einzige große Unternehmen, dass jüngst vom (laut IDC) zweiten am Markt auf die Nummer eins gewechselt hat.

Und im Nachgespräch wiesen zahlreiche Kunden darauf hin, wie problemlos und hoch skalierbar Connections läuft. Das gäbe es bei anderen Systemen sonst nicht. Auch bei den ersten Tests vom neuen Connections 5.5, das am 18.12. 2015 kam, wieder null Probleme. Das könne man ruhig mal sagen. Hiermit getan. Und Danke für das Lob!

PS.: Wer die heißen Tage in Orlando nicht live erleben kann, für den gibt es ein Trostpflaster: Viele Partner organisieren in den nächsten 2 Monaten zahlreiche „CONNECT comes to YOU“-Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist dann aber wirklich ein „Muss“, wenn man Collaboration als Wettbewerbsfaktor versteht – und das ist er nun mal. (Die Links zu den Terminen in Kürze hier bei der DNUG)

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Jeff Schick and Chris Crummey

Comments ( 3 )

  1. ReplyRoman
    Vielen Dank für den tollen Bericht...
  2. ReplyThomasRVogel
    Hallo Peter, wie immer eine sehr sehr gute Zusammenfassung - Danke dafür! Es ist als wäre man selbst dabei gewesen und hätte alle Informationen aus erster Hand.. Warum nur schauen die Kunden nicht hin? Warum glauben so viele, dass Office365 DIE richtige und einzige Lösung ist?
  3. ReplyPeter Schütt
    @ThomasRVogel Laut diverser Analysten kaufen viele Office 365 ja nur um einen Update auf das klassische Office zu bekommen - und der Rest von Office 365 bleibt wohl oft ungenutzt. Und selbst da muss man sich wirklich fragen, ob sich für das große Geld ein Update für Office eigentlich lohnt, wenn man sieht, wie wenige innovative Neuerungen da drin sind, (Ich persönlich arbeite heute sehr viel und gern mit IBM Docs und manchmal einem älteren Office 2010)

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